Wenn wir in der Stadt aus dem Fenster sehen, schweifen unsere Blicke meist zuerst über Straßen, Häuser & Menschen. Für viele andere sicher nicht das, aber für mich ein gemischtes Durcheinander, der den Stresspegel nach oben schießen lässt, vor allem, wenn man mittendrin steckt – wenn ich mittendrin stecke. Aus diesem Grund liebe ich es auf dem Land zu leben. Ein paar Schritte nur und ich stehe auf Feldern oder in einem Wald, kann an der Iller entlang laufen, gemütlich die Enten beim Schwimmen beobachten, verschiedenste Tierarten immer wieder neu entdecken – auf dem Wasser, Boden und in der Luft. Und: Natur sehen – wann auch immer ich Lust dazu habe.
Dieser intensive Wunsch sich das alles bewahren zu wollen liegt wahrscheinlich daran, da ich als Kind so aufgewachsen bin, es wertzuschätzen lernte und es behalten möchte. Es beflügelt mich (im wahrsten Sinne) immer wieder jeden Tag erneut, neues zu sehen & festhalten zu können, mit meiner Kamera, meinem ‘dritten Auge’, das ich genauso wenig missen möchte.
Viele von uns kennen sicherlich noch das Thema ‘Pflanzenstudie’ vom Kunst- und Zeichenunterricht: Jeder sollte sich eine Pflanze oder Blume heraussuchen, die er als Stillleben detailiert zeichnen sollte. Wenn ich damals schon eine dSLR + 50mm Objektiv und Backlight gehabt hätte, wären vielleicht nicht ganz so langweilige Zeichnungen, getrübt durch das wie uns allen bekannten typisch-kalten Klassenzimmer Licht, entstanden. Details zeichnen, wenn man doch gar keine erkennen kann? Ohne Lupe? Ohne Brille? Ich sehe doch so schlecht wegen dem ständigen Sichtwechsel zwischen Tafel/Beamerleinwand und Heft/iPad. Nun springe ich einfach in der Zeit zurück und wiederhole das: Alles, was ich zur Vorbereitung der Studien-Zeichnung gemacht hätte, mit einem Bund Blumen und einer (sehr schönen) Schreibtischlampe. Weiterlesen →