Mein erster Rollfilm

Man wusste ja, dass es früher oder später zu diesem Blogeintrag kommen würde, denn wie ich hier schon geschrieben habe, verlief das Ganze mit einer großen Aufregung. Nach meinem ersten Abenteuer mit der Zeiss Ikon Nettar II in den letzten Wochen, kann ich nun meine Ergebnisse enthüllen. Ich hatte die Befürchtung, dass die Bilder nichts werden, aber anscheinend und offensichtlich fotografiert die Nettar immer noch das, was sie soll und wie sie soll. Ich muss zugeben, ich hatte anfangs Probleme mit den Entfernungen – Wenn gerade jemand anwesen war, fragte ich: “Was meinst du, wieviele Meter sind das?”. Wie man weiter unten sehen kann, habe ich eine Schnecke auf ihrer Reise über den Feldweg versucht zu fotografieren. Versucht und knapp vorbeigeschossen. So etwas passiert und sei jedem verziehen, der seinen ersten Rollfilm mit einer alten Kamera belichtet.

Gut eine Woche nachdem ich den Rollfilm bei Schlecker eingeworfen habe, bekam ich die Negative zurück und zahlte sage und schreibe 0,00€. Ich überlegte mir wie ich die Negative digitalisieren kann. Ich habe leider keinen Scanner, der das übernehmen könnte. Ich versuchte das Erste, was mir einfiel und hielt die Negative vor meine Tageslicht-Softbox und fotografierte jedes einzeln ab:

Im zweiten Versuch nahm ich mir den Artikel von Kwerfeldein zu Herzen und bastelte mir eine Halterung aus Karton für die Negative. Ich versuchte mithilfe eines Blitzes die Negative abzufotografieren:

Da ich meinen alten Blitz (da mit Kabel verbunden) nicht weit genug von den Negativen entfernen konnte und dadurch die Mitte der Negative zu hell und die Ränder zu dunkel wurden, folgte Versuch Nummer 3 – Die Halterung mit den Negativen hielt ich wieder vor die Softbox:

Schließlich war für mich der letzte Versuch die beste Lösung. In Photoshop versuchte ich die Farben via Verlaufsumsetzung umzukehren, was für mich auch wunderbar funktionierte. Durch die Möglichkeit den Verlaufspunkt anders zu positionieren, hat man sehr viel Spielraum.

 

Und das sind sie nun: Die ersten (menschenleeren) Fotos aus der Nettar II:

 

7 Kommentare

Diese Menschlein hatten etwas zu sagen Hinterlasse einen Kommentar

  1. Hallo,
    Sind schön geworden, war die Doppelbelichtung Absicht? Das Foto gefälltmir jedenfalls besonders.
    Wenn man keine direkte Kontrolle über den Fokus hat und nur schätzen kann sind nahe Motive wie die Schnecke immer schwierig, vor allem mit Mittelformat.
    Weiter so!

    • Sabine sagt: (Author)

      Dankeschön :) Gut, dass du das ansprichst: Die Doppelbelichtung war ein Versehen, absolut ungewollt – aber in diesem Fall hatte ich noch Glück

  2. Marc sagt:

    Hey,
    super Artikel und wirklich schöne Bilder! So eine Doppelbelichtung ist mir leider auch schon passiert – leider, weil bei mir nichtmehr wirklich viel übrig blieb vom Bild, kommt hier aber super rüber! Bevor ich mir den Scanner kaufe, werde ich es evtl. auch mal noch mit einem deiner Tricks versuchen, vielleicht wird das ja was :-)

    • Sabine sagt: (Author)

      Vielen Dank – Also ein Scanner wäre vermutlich die beste Lösung, aber die Negative abzufotografieren ist die günstigste Lösung und bringt einigermaßen passable Ergebnisse. Man könnte jetzt auch noch bei jedem Foto die Ränder retuschieren – das muss man dann selbst entscheiden wie viel Wert einem dieser Zeitaufwand ist. Aber der Scanner, den ich bei dir erwähnt habe, ist schon eine Versuchung :)

  3. Glasfisch sagt:

    Ich freue mich gerade, dass ich diesen Artikel gefunden habe. Ich habe kürzlich eine Agfa Isolette II ausgegraben, die ich unbedingt ausprobieren möchte und war deshalb gespannt wie so ein entwickelter Rollfilm aussehen kann. Das Fokussieren stell ich mir sehr schwer vor.
    Ich finde gerade die Doppelbelichtung richtig toll :)

    • Sabine sagt: (Author)

      Dankeschön :) Die Fotografie mit Rollfilmen in alten Kameras war für mich bisher ein Glücksspiel und ein Experiment, das ich seit letztem Jahr nicht weitergeführt habe. Ich glaube mit einem Negativ- und Rollfilmscanner ist man weitaus besser bedient, als mit dem Abfotografieren der Rollfilme. Die Qualität leidet sehr darunter. Das Fokussieren ist, wie du schon sagtest, wirklich sehr schwer, zumindest für mich. Aber Übung macht bekanntlich den Meister… oder den Gesellen ;)

Trackbacks für diesen Post

  1. Der magische Bach | Fotografie Blog von Sabine Fischer

Hinterlasse einen Kommentar

Teile Deine Gedanken. Deine e-mail Adresse wird nicht veröffentlicht